Géoportail: Die französische Sicht der Welt

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Frankreich ist bekannt dafür, sich dem Einfluss des Englischen (und speziell des US-Amerikanischen) entziehen zu wollen. Es ist somit nur konsequent, dass la grande nation mit dem Géoportail auch eine Alternative zu Google Maps & Co. bereitstellt. Dass es hier um die französische Sicht der Welt geht, wird sofort klar: Das Portal zeigt ausschliesslich Karten und Satellitenbilder von France continentale und den französischen Gebieten in Übersee – eine Suche nach London, Berlin oder Zürich endet mit 0 Treffern.

Davon abgesehen ist Géoportail insgesamt eine gut gemachte Applikation, zwar nicht ganz so performant wie Google Maps, dafür (je nach Gebiet) mit deutlich mehr Informationen. So erhält man beispielsweise problemlos eine höchaufgelöste Satellitenaufnahme plus Katasterpläne von Dörfern in der tiefen Provinz (sofern man den Experten-Modus gefunden hat, der zusätzliche Layers bereitstellt).

Was Géoportal fehlt ist etwas, das mit Googles MyMaps vergleichbar wäre. Eine 3D-Ansicht gibt es als Beta-Version, sie setzt die Installation des TerraExplorer-Plugins voraus (vgl. TerraExplorer: Im Schatten von Google Earth), das derzeit allerdings nur für Internet Explorer und Firefox unter Windows verfügbar ist. Damit bekommt man zwar keine 3D-Gebäude zu sehen, aber die Satellitenbilder werden frei navigierbar, was auch auf einem durchschnittlichen PC bemerkenswert flüssig läuft.

TerraExplorer: Im Schatten von Google Earth

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Wenn es um die Darstellung von hochaufgelösten Satellitenbildern in Verbindung mit 3D-Gebäuden geht, dann ist der TerraExplorer von Skyline Software Systems eine ernstzunehmende Alternative zu Google Earth. Die Applikation läuft flüssig, ist optisch attraktiv und hat Google Earth eine synchron mitlaufende Kartenansicht (links unten) voraus. Dafür kann man mit dem TerraExplorer nicht den gesamten Globus betrachten – wenn man sehr weit herauszoomt, verschwindet die Landschaft im virtuellen Nebel.

Ohne Details zu kennen: Ich könnte mir vorstellen, dass die Übernahme von Keyhole durch Google und die anschliessende Freigabe von Google Earth ein herber Schlag für Skyline war. In der Basisversion ist der TerraExplorer ein reiner Browser, Geld verdient Skyline offenbar mit Editor- und Server-Software. Mit Google Earth plus der ebenfalls frei verfügbaren 3D-Software SketchUp kann man nun ohne weitere Investitionskosten Flüge über 3D-Städte selbst erstellen und publizieren. Hinzu kommt der Glanz des Brands Google – kein Wunder, dass man vom TerraExplorer kaum etwas liest. 

OpenStreetMap: Die Wikipedia der Landkarten

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Nach dem Vorbild der Wikipedia will das Projekt OpenStreetMap in gemeinschaftlicher Arbeit eine copyright-freie Landkarte der gesamten Welt erstellen. Als Vorlage dienen entweder GPS-Daten, welche die Benutzer selbst hochladen, oder Luftaufnahmen, die Yahoo! zumindest für Ballungszentren zur Verfügung stellt. Das Zeichnen der Karten und deren Beschriftung erfolgt entweder mittels Potlatch (browser-basierter, in Flash programmierter Editor für Gelegenheitsanwender) oder mittels JOSM Java Open Street Map Editor (Java-Applikation für Power Users); einige weitere Editoren existieren, sind aber entweder noch oder nicht mehr alltagstauglich.

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Für den Einstieg empfiehlt sich der Beginner’s Guide. Eines muss man sich allerdings bewusst sein: Eine Karte zu zeichnen ist nicht so einfach wie einen Text zu schreiben. Bis man die Konzepte und Prozesse verstanden hat und mit dem Editor vertraut ist, muss man schon ein paar Stunden investieren. Auf der anderen Seite vermittelt die Erstellung einer eigenen Landkarte einen ganz neuen Zugang zur Kartografie, und zugleich leistet man einen Beitrag zu einem Gemeinschafsprojekt, das ein ähnliches Potential hat wie die Wikipedia. Lücken, die noch zu schliessen sind, gibt es jedenfalls genug…

Lunar EarthBrowser: Konkurrenz zu Google Earth und NASA WorldWind?

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Man vergisst leicht, dass Google Earth und NASA WorldWind nicht die beiden einzigen Programme sind, die unseren Globus visualisieren. Ein weiteres Produkt ist beispielsweise der EarthBrowser von Lunar Software, der insbesondere im Zusammenhang mit der Echtzeit-Darstellung von Wolkenbildern und Wetterdaten erwähnt wird.

Aufgrund eines Kurztests würde ich allerdings sagen: Der EarthBrowser ist zwar ein übersichtliches Programm, das insbesondere bei niedrigen Zoom-Stufen eine sehr ansprechende Globusdarstellung liefert und sich aufgrund seiner Einfachheit insbesondere für den Unterricht eignet. Trotzdem fällt es schwer, überzeugende Gründe zu finden, warum man den EarthBrowser Google Earth vorziehen sollte: Google Earth läuft auf vergleichbarer Hardware spürbar flüssiger, zeigt wesentlich höher aufgelöste Satellitenbilder und kann ebenfalls Echtzeit-Wetterinformationen einbinden (wenn man weiss, wo man sie findet) – ganz zu schweigen vom wesentlich grösseren Funktionsumfang. Zudem ist der EarthBrowser ein kommerzielles Produkt – Google Earth ist kostenlos, WorldWind sogar Open Source Software. 

Alle Badeanstalten der Schweiz

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Der nächste Sommer kommt bestimmt! Wer sich ins kühle Nass stürzen möchte, findet unter www.swissbadeanstalt.ch ein auf Google Maps basierendes Verzeichnis aller Hallen- und Freibäder der Schweiz mit erschöpfenden Detailinformationen pro Badeanstalt. Technisch und inhaltlich gibt es an dieser Website nichts auszusetzen – optisch wäre allerdings eine Renovation angesagt, und der Domain-Name ist ein sprachliches Unding.   

GIS-ZH: Thematische Karten für den Kanton Zürich

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Wie sieht eigentlich der kantonale Richtplan aus? Wo stehen Mobilfunk- und Rundfunk-Sendeanlagen in meiner Umgebung? Welche Naturschutzgebiete gibt es im Kanton Zürich? Wo muss ich an Wochenenden mit Schiesslärm rechnen? Befindet sich mein Haus in einer günstigen oder teuren Wohnlage? Wo leben am meisten Menschen pro Quadratkilometer? – Diese und viele andere Fragen lassen sich mit dem GIS-Browser des Kantons Zürich beantworten. Das Tool stellt raumbezogene Daten aus allen Verwaltungsdirektionen über eine einheitliche Oberfläche zur Verfügung. Die Bedienung ist nicht weiter kompliziert, bis man die Fülle an Daten überblickt dauert es dennoch seine Zeit.

Geografische Informationssysteme anderer Schweizer Kantone

Google Earth jetzt mit Blick ins All

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Mit der neusten Version 4.2 wird Google Earth bis zu einem gewissen Grad seinem Namen untreu: Das Programm erlaubt nicht nur einen detaillierten Blick auf den Globus, sondern zeigt neuerdings auch Planeten, Sterne und Galaxien. Das Navigationsprinzip ist sehr ähnlich, die Anwendung ist schnell erlernt – wobei ein Verständnis dafür, was es denn am Himmel überhaupt zu entdecken gibt, sicher hilfreich ist.

Auch hier gilt allerdings: Google Earth ist nicht das einzige Programm, welches den Blick ins All erlaubt – ich verweise in diesem Zusammenhang auf den Artikel Astronomieprogramme mit Open-Source-Lizenz.