You Are Here: Geo-Lokalisierung über WiFi

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Loki Screenshot

Wenn es darum geht, automatisiert den aktuellen Standort eines Website-Besuchers zu ermitteln, dann schickt man in der Regel die IP-Adresse des Besuchers an eine Datenbank, welche die geografischen Koordinaten dieser IP zurückliefert (z.B. Utrace, Getpos, IP-Address, IP2Location).

Nun ist das allerdings kein besonders präzises Verfahren, weil Privatpersonen in aller Regel über einen grossen Provider ins Netz gehen und die IP-Adresse nur dem Standort des Providers zugeordnet werden kann. So kann ich zwar in Zürich sitzen, ein IP-Lookup lokalisiert mich aber – je nach Dienstleister – in der Region Genf oder Solothurn. Wer nur ein landesspezifisches Angebot präsentieren will, kann mit dieser Ungenauigkeit leben – wer hingegen eine Restaurantsuche anbietet, braucht wesentlich genauere Daten.

Hier kommt Loki ins Spiel: Dieser Dienst arbeitet nicht mit der IP-Adresse, sondern lokalisiert WiFi-Signale. Wie Loki das genau macht? Fragen Sie mich nicht, denn auch Loki hält sich bedeckt. Das Resultat ist aber beeindruckend, konnte mich Loki doch an meiner Privatadresse auf die Hausnummer genau orten. Falls Sie selbst per WiFi ins Internet gehen: Klicken Sie hier und lassen Sie sich beeindrucken.

Testweise den eigenen Standort abzufragen ist lustig, aber wirklich interessant wird es erst dann, wenn diese Funktion den Besuchern seiner eigenen Website zur Verfügung steht. Erfreulicherweise kann man Loki über ein paar Zeilen JavaScript-Code sehr leicht integrieren.

P.S. Datenschutztechnisch ist dies nicht ganz unbedenklich, denn nicht jeder möchte automatisch seinen Standort preisgeben. Ähnlich wie beispielsweise jede iPhone-Applikation explizit um Erlaubnis fragt, das GPS-Modul benutzen zu dürfen, muss man auch bei Loki jeden Lokalisierungsvorgang vorgängig bestätigen (und hat so auch die Möglichkeit, diesen zu verweigern).

Thematische Karten selbst erstellen mit GeoCommons

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Bevölkerungsdichte der Schweizer Kantone

Eine gut gestaltete thematische Karte macht auf einen Blick klar, was man mit Daten oder Worten nur schwer vermitteln kann. Solche thematischen Karten zu erstellen ist eine Kunst – die allerdings nicht ganz so komplex ist, wenn man das richtige Werkzeug hat. GeoCommons ist ein solches Werkzeug: Damit kann man geocodierte Datenreihen einfach auf Karten abbilden und doch auf die Gestaltung wesentlichen Einfluss nehmen.

Obiges Beispiel zeigt die Bevölkerungsdichte der Schweizer Kantone, wobei eine dunklere Farbe eine höhere Dichte bedeutet. Die Daten dazu stammen aus einer einfachen Tabelle, welche im wesentlichen pro Kanton dessen Fläche und Bevölkerungszahl aufführt. Diese Tabelle findet man auf GeoCommons (denn die Plattform ist auch eine Ablage für frei verfügbare Geodaten unter einer Creative-Commons-Lizenz), wäre aber auch mit vertretbarem Aufwand selbst erstellt und hochgeladen. Anschliessend kann man die Daten auf eine wählbare Karte bzw. Satellitenaufnahme abbilden – zur Auswahl stehen die bekannten Dienste von Google, Microsoft, Yahoo und OpenStreetMap. Die entsprechenden Tools dazu heissen Finder! (Datenverwaltung) und Maker! (Kartenerstellung). Ein Video-Tutorial erklärt diese Tools so gut, dass man ohne weitere Instruktionen sofort loslegen kann. Die fertige Karte kann man dann verlinken (Beispiel) oder in Form eines interaktiven Flash-Objekts direkt in die eigene Website einbetten.

GeoCommons ist ein sehr schön gemachter, kostenloser Service, der lediglich ein bisschen daran krankt, dass die bisher hochgeladenen Daten noch nicht besonders zahlreich sind. Wenn man allerdings eigene Daten visualisieren möchte, dann spielt dies keine Rolle.

Wikimapia: Von der Community veredelte Google Maps

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Wikimapia Screenshot: Zürich mit Bürkliplatz, Quaibrücke, Bellevue und Sechseläutenplatz

Wikimapia ist ein Projekt, das die Satellitenbilder und Landkarten von Google Maps mit Informationen anreichern will. Dabei kann eine beliebige Stelle auf der Karte mit einem Polygon markiert und anschliessend beschriftet, kategorisiert, verlinkt und mit Fotos dokumentiert werden. Die Website bietet einen beachtlichen Funktionsumfang und ist doch einfach zu verstehen. Mit über 10,5 Millionen Markierungen hat sich der Dienst inzwischen gut etabliert.

Nun bietet Google selbst zwar ebenfalls Layers mit Zusatzinformationen in Google Maps und Google Earth (vgl. etwa User Generated Content auf Google Maps). Hierzu werden aber einfach andere Datenquellen angezapft, während bei Wikimapia die Informationen von der Community direkt auf der Plattform erstellt werden. Und weil man nicht nur Markierungen setzen, sondern ganze Flächen markieren kann, lassen sich gewisse Sachverhalte besser visualisieren.

Ist Wikimapia das Pendant zur Wikipedia? Der Name würde es nahe legen, aber ganz so einfach ist es nicht. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass die Inhalte von der Community erstellt werden – doch unterliegen diese Inhalte bei Wikimapia keiner freien Lizenz (die Nutzungsbestimmungen von Wikimapia machen schlicht keine Aussage zum Copyright; vgl. auch die Hintergrundinformationen in der Wikipedia). Ausserdem werden in der Detailansicht der einzelnen Objekte Google Ads eingeblendet.

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Mit WikiPlaces gibt es übrigens auch eine iPhone App für Wikimapia. Sie bietet allerdings nur lesenden Zugriff und ist auf die wichtigsten Funktionen reduziert – eine Sprachpräferenz fehlt ebenso wie eine Suchfunktion. Da es sich um eine kostenpflichtige App handelt, dürfte man hier noch etwas mehr Komfort erwarten.

Markers auf einer Google Map clustern

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Schon einmal war in diesem Blog die Rede von einer Lösung, mit der sich eine grosse Menge von Markern auf einer Google Map abbilden lassen. Die Million Marker Map ist aber offenbar nicht mehr online.

Einen anderen Ansatz präsentiert Geocubes: Abhängig von der Zoomstufe der Karte werden nahe beieinander liegende Marker geclustert, was die Übersichtlichkeit erhöht und vor allem die Ladezeit verkürzt. Das Prinzip ist relativ simpel: Die Karten kommen weiterhin vom Google-Server, der Layer mit den Markern hingegen vom Geocubes-Server. Das bedingt, dass die Marker-Daten auf dem Geocubes-Server gespeichert werden. Bis 10’000 Marker sind kostenlos, bei grösseren Datenmengen – und genau dafür ist Geocubes natürlich gedacht – wird der Service kostenpflichtig.

Einen konkreten Anwendungsfall kann man bei Qmapr sehen.

User Generated Content auf Google Maps

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Google Maps mit Fotos, Videos, Wikipedia

Bei Google Earth kennt man sie schon länger, jetzt halten sie auch auf Google Maps Einzug: Die Layers mit Panoramio-Fotos, YouTube-Videos und Wikipedia-Artikeln. Nicht nur an neuralgischen Punkten wie der Stadt Zürich (vgl. Screenshot) ist die Menge dieser Zusatzinformationen eindrücklich und zeigt, was im Web 2.0 mit sogenanntem User Generated Content möglich ist. Natürlich ist die Qualität unterschiedlich, und es gibt auch Beispiele, wo diese Plattform für kommerzielle Werbung oder politische Propaganda missbraucht wird. Trotzdem: Ein schöner Mehrwert, der sich da unter dem Button “Mehr…” verbirgt.