Alternativen zu Google Maps: OpenStreetMap als Kartendienst

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Unser Hofladen: Bauernhöfe auf Schweizerkarte

Wenn es darum geht, ortsbezogene Daten auf einer Landkarte abzubilden, dann kommt in den meisten Fällen Google Maps zum Einsatz. Für viele Menschen ist Google Maps quasi das Synonym für eine digitale Landkarte, so wie Google Search das Synonym für eine Internet-Suchmaschine ist. Das ist verständlich, denn der Kartendienst von Google liefert insgesamt sehr gutes Kartenmaterial sowie viele Zusatzfunktionen wie Satellitenbilder, Street View oder Routenplaner. Und Google Maps hat das Prinzip, eine dynamische Landkarte in die eigene Website einzubetten, erst richtig populär gemacht.

Bei meinen eigenen Projekten habe ich allerdings erfahren, dass Google Maps unter Umständen nicht die beste Lösung ist für diesen Zweck und dass es mit OpenStreetMap eine interessante Alternative gibt. Drei Punkte spielen dabei eine Rolle:

  • Vollständigkeit: Wie gesagt bietet Google Maps insgesamt sehr gutes Kartenmaterial. Allerdings gilt dies vor allem für jene Gebiete, die für Google auch wirtschaftlich interessant sind. Wenn man hingegen für eine Non-Profit-Organisation die Spitäler in Laos auf einer Karte abbilden möchte, dann merkt man plötzlich, wie ungenau Google Maps in den peripheren Regionen dieser Welt ist. Natürlich hat auch OpenStreetMap Lücken, aber dort kann man zumindest die Karten selbst vervollständigen.
  • Kosten: Lange Zeit war das Einbinden von Google Maps kostenlos. Das änderte sich vor rund zwei Jahren: Um einen Google Maps API Key zu erhalten, muss man seither eine Kreditkarte hinterlegen. Zwar sind Zugriffe im Wert von 200 US Dollar pro Monat weiterhin kostenlos, aber danach werden beispielsweise pro 1’000 Request auf die dynamischen Karten immerhin 7 US Dollar fällig. Bei Selber pflücken (einer Website für Selbstpflücker-Angebote in der Schweiz) musste ich schmerzhaft erfahren, dass Google Maps auch für kleine Websites schnell teuer werden kann: Als die Erdbeersaison begann, verzeichnete die Website über Nacht 100’000 Page Views im Monat, und Ende Monat flatterte mir eine Rechnung über gut 700 US Dollar ins Haus.
  • Datenschutz: Bettet man Google Maps in die eigene Website ein, dann werden Daten der Website-Besucher an Google übertragen. Das ist bis zu einem gewissen Grad unvermeidlich: Zumindest die IP-Adresse eines Besuchers muss Google Maps zwingend kennen, um ihm die Karte anzeigen zu können. Trotzdem möchte man vielleicht solche Daten nicht ausgerechnet an Google übertragen, und seit die Datenschutz-Grundverordnung DSGVO in Kraft ist, gibt es hier auch rechtliche Aspekte zu beachten. Dies kann ein weiterer Grund sein, warum man auf andere Kartendienste ausweichen möchte, obwohl natürlich auch hier Daten übertragen werden.

Bei meinem neusten Projekt habe ich deshalb von Anfang an auf OpenStreetMap gesetzt. «Unser Hofladen» ist ein Verzeichnis für Lebensmittel-Produzenten, welche direkt an Konsumenten verkaufen. Hier müssen also Bauernhöfe, Käsereien, Imker, Wochenmärkte etc. auf einer Karte abgebildet werden, damit man das Angebot in der eigenen Region möglichst auf einen Blick sieht. Die Wahl ist nicht nur deshalb auf OpenStreetMap gefallen, weil ich hier keine Kosten befürchten muss, sondern auch weil hier die einzelnen Bauernhöfe (welche oft nur einen Namen und keine eigentliche Adresse haben) akribisch verzeichnet sind. Die Einbettung der Karte funktioniert grundsätzlich gleich wie bei Google Maps – mit dem erfreulichen Unterschied, dass weder eine Kreditkarte hinterlegt noch ein API Key konfiguriert werden muss. Wer also bei «Unser Hofladen» nach regional produzierten, saisongerechten Lebensmitteln sucht, findet nun dank OpenStreetMap, was er sucht.

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