3D-Gebäude für Google Earth erstellen – so einfach wie noch nie

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Langsam wird mir klar, wie Google es geschafft hat, ganze Städte (beispielsweise Zürich) für Google Earth in 3D zu modellieren. Das neue Gebäudeerstellungs-Tool erlaubt es, basierend auf mehreren Luftaufnahmen und einem einfachen Drahtgittermodell in kürzester Zeit Modelle für Googles 3D-Galerie zu erstellen – direkt im Web-Browser. Das Konzept macht sich den Umstand zu nutze, dass mehrere Luftaufnahmen aus unterschiedlichen Winkeln genügend Anhaltspunkte geben, damit man nicht nur den Grundriss, sondern auch die Aussenhülle und die Höhe eines Gebäudes erkennen kann. Die so erstellten Gebäude sind alles andere als detailliert – und genau das ist es, was Google auch will, denn wenn man ganze Städte in 3D in Google Earth Browser durchfliegen will, dann müssen die einzelnen Modelle sehr ökonomisch gebaut sein, also mit möglichst wenig Kanten. Wer seinem Modell trotzdem noch Details hinzufügen will, kann es anschliessend mit SketchUp weiterbearbeiten. Eine wirklich gelungene Sache!
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Highlights aus der Google 3D-Galerie

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Luzern ist seit kurzem mit einer ganzen Reihe von hochwertigen Modellen in der Google 3D-Galerie vertreten: Nebst dem oben gezeigten, äusserst effizient gebauten Modell der Kapellbrücke sind auch das Rathaus, die Jesuiten-Kirche und alle 9 Türme der Stadtmauer vorhanden – alles sehr detaillierte Modelle von einem einzigen Konstrukteur.

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Häufig modelliert werden auch Schulen, insbesondere Hochschulen. Obiges Modell zeigt die von Le Corbusier inspirierte Uni Dufour in Genf, die auf der Uni-Website als „le bâtiment le plus controversé du campus“ betitelt wird.

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Apropos Genf: Hier findet sich auch ein Modell, das nicht nur ein einzelnes Gebäude, sondern ganze Strassenzüge der historischen Innenstadt nachbildet. Vergleichbares habe ich bisher erst bei einem Modell des Zürcher Industriequartiers angetroffen – das allerdings nicht die reale Bebauung zeigt. Auch einige weitere Modelle aus Zürich zeigen nicht die Realität – oder zumindest nicht die Gegenwart: Der Prime Tower, das neue Zürcher Wahrzeichen bei der Hardbrücke, wird nämlich in den nächsten Jahren gebaut.

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Architekten entdecken die Google 3D-Galerie

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Die Modelle in der Google 3D-Galerie werden mehrheitlich von Laien erstellt, die als Ausgangsmaterial nicht viel mehr als einige Fotos zur Verfügung haben. Entsprechend sind die meisten Modelle nur grobe Annäherungen an das Original. Auf der andern Seite exisiteren heute zumindest von allen Neu- und Umbauten digitale Pläne in Formen von CAD-Daten, die dank der Import-Funktion von SketchUp Pro vergleichsweise einfach für Google Earth aufbereitet werden könnten.

Die Frage ist natürlich: Warum sollte sich ein Architekt diese Mühe machen? Aus zwei Gründen: Erstens um Häuser oder Wohnungen, die zum Verkauf oder zur Vermietung ausgeschrieben werden, besser zu präsentieren. Wenn potentielle Käufer oder Mieter das Gebäude inkl. Umgebung in Google Earth räumlich erkunden können, dann ist das besser als jeder Verkaufsprospekt, besonders wenn das Gebäude noch gar nicht steht. Und zweitens empfiehlt man sich auf diesem Weg als Architekt weiteren Bauherren.

Wenn ich das richtig überblicke, dann haben in der Schweiz insbesondere die Architekturbüros Archivision (Bild oben) und Alberti Ingénieurs SA (Bild unten) dieses Potential für sich entdeckt.

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3D-Modelle für Google Earth: Basel vor Zürich

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Es ist nicht zu leugnen dass der digitale Bauboom in Google Earth etwas nachgelassen hat: Jedenfalls nimmt der Bestand an 3D-Modellen aus Schweizer Städten nur noch langsam zu. Die meisten Städte haben nur ein halbes Dutzend Modell zu bieten, in Zürich und Basel sind dank SketchUp immerhin gut 30 Modelle entstanden. Auch wenn die Zahlen insgesamt mit Vorsicht zu geniessen sind: Tendenziell sind die Basler fleissiger, wenn auch nicht alle Modelle höchsten Ansprüchen genügen. Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Die Sammlung Schweizer Städte bietet einen raschen Überblick.